Dreifeldsporthalle, Berlin-Neukölln

Schell Wassermanagement-System simuliert den bestimmungsgemäßen Betrieb in Berliner Sporthalle

Das Berliner Bezirksamt Neukölln wollte sich nicht damit abfinden, dass die Sanierung des Trinkwassersystems in einer Berliner Dreifeldsporthalle nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand möglich sein sollte. Bei der Suche nach Alternativen stellte sich heraus: Es geht auch anders - dank des Wassermanagement-Systems SWS von Schell.

Objektdaten

Dreifeldsporthalle im Werner-Seelenbinder-Sportpark in Berlin-Neukölln

Baujahr/Eröffnung: 1999

3-fach-Mehrzweck-Halle: 28 x 45 m, 500 Sitzplätze, mit ausfahrbarer Tribüne, Boxfeld, 3 Fußballfelder, Eisstadion, Musikanlage für Tanzturniere

SCHELL Produkte: Wassermanagement-System SWS, Aufputz-Duscharmatur VITUS VD-C-T, Elektronische Waschtisch-Armatur VITUS E, Elektronische Waschtisch-Armatur CELIS E, COMPACT II, WC-Steuerung EDITION E, Urinalsteuerung EDITION E, Infrarot-Aufputz-Urinal-Druckspüler SCHELLTRONIC, Duschkopf Aerosolarm, Probenahme-Adapter, Probenahme-Eckventil

Laut des Bezirksamt Berlin-Neukölln bestand eine Verkeimungsgefahr des Trinkwassers: Untersuchungen zeigten wiederholt grenzwertige Befunde. Grund dafür war der unzureichende Wasserwechsel. Die Folgen der veränderten Nutzungsgewohnheiten in den Sanitärbereichen und die Überdimensionierung der Rohre führten dazu, dass die Trinkwasser-Installation nicht mehr so betrieben wurde, wie sie seinerzeit geplant war – nämlich auf den Volllastbetrieb. Darum konnten die Hygienestandards nicht mehr erfüllt werden.

Abwägen des Sanierungskonzeptes

Bauherren und Planer standen somit vor der Herausforderung, die Trinkwassergüte mit möglichst geringem Sanierungsaufwand auf Dauer zu erhalten – bei gleichzeitig wirtschaftlich optimiertem Betrieb. Eine kostenintensive Komplettsanierung kam nicht infrage. Auf der Suche nach einer möglichen Alternative zur Komplettsanierung konnte Schell die optimale Lösung bieten.

Statt des teuren Austauschs von Rohrleitungen schlugen die Experten von Schell den Einsatz des funkbasierten Wassermanagement-Systems SWS vor. Nur so können bei Erhalt der ansonsten intakten Installation die hohen Gleichzeitigkeiten der gut 20 Jahre alten Planung nachgestellt und die Wassergüte an jeder Entnahmestelle erhalten werden. Als einziges Wassermanagement-System im Markt kann das Schell Wassermanagement-System SWS auch mit batteriebetriebenen elektronischen Sanitärarmaturen ein Funknetz aufbauen. Der Vorteil: Es werden keine Strom- und Daten-Kabel unter den Fliesen benötigt, darum ist auch ein Einbau in Bestandsbauten einfach möglich. Mittels der zentralen Steuerung des Wassermanagement-Systems können alle elektronischen Sanitärarmaturen entsprechend programmiert, betrieben, überwacht und gewartet werden. Weiterhin werden die Betriebsdaten, die Stagnationsspülungen und die System- und Auslauftemperaturen aufgezeichnet – als Nachweis für den Betreiber.

Modernisierung bei laufendem Spielbetrieb

Die Dreifeldsporthalle verfügt auf jeder Etage über mehrere Sanitäranlagen. Um den regen Spielbetrieb in der Sporthalle auch während der Modernisierung aufrechterhalten zu können, wurden die einzelnen Sanitärbereiche konsequent nacheinander saniert. Zum Einsatz kamen insgesamt 76 Schell Armaturen in zeitlos-funktionalem Design: Duscharmaturen “VITUS VD-C-T“ mit CVD-Touch-Elektronik, Thermostat und Verbrühungsschutz, wandhängende Waschtisch-Armaturen „VITUS VW-E-T“ und Sensor-Waschtisch-Armaturen „CELIS E“, Unterputz-WC-Spülsysteme „COMPACT II“ mit berührungsloser WC-Steuerung „EDITION E“, Urinal-Steuerungen „EDITION E“ und berührungslose Urinal-Vorwand-Spülarmaturen „SCHELLTRONIC“. Außerdem erhielten die 37 Duschen aerosolarme Schell Kopfbrausen sowie 13 ein zusätzliches Probenahme-Ventil. An sechs von 17 Einzelwaschtischen wurden zudem Probenahme-Eckventile verbaut.

Trinkwasser-Installationen intelligent managen

Das Wassermanagement-System SWS von Schell besteht aus vier wesentlichen Baugruppen: (1) den kommunikationsfähigen Armaturen mit (2) den zugehörigen Bus-Extendern Funk oder Kabel als Kommunikationsmodule, (3) dem Server als Kommunikationszentrale und (4) den optionalen Temperatursensoren. Für die ebenfalls optionale Einbindung des Wassermanagement-Systems in eine Gebäudeautomation stehen SWS Gateway-Varianten für alle gängigen Protokolle von BacNet bis KNX zur Verfügung.

Nachdem am Notebook die WLAN-Verbindung zu den Servern hergestellt wurde, konnten mit der auf den Servern bereits vorinstallierten Software alle Armaturen mit Namen versehen und die Hygienespülungen frei parametriert werden, so zum Beispiel Spül-Modus und -Dauer. Zudem nutzten die Verantwortlichen eine wichtige und für dieses Objekt sogar elementare Funktion im Schell Wassermanagement-System SWS: Es wurden mithilfe der Software per Laptop kleinere Armaturen-Untergruppen gebildet, sodass die Hygienespülungen zeitlich versetzt und segmentweise erfolgen können. Auf diese Weise lässt sich eine turbulente Strömung in den groß dimensionierten Leitungen herbeiführen. Die hohe Fließgeschwindigkeit im gesamten Leitungsnetz mobilisierte alte Sedimente, die im Rahmen der Rohrspülung nach der Installation der Armaturen nicht vollständig entfernt worden waren. Solche Sedimente fördern das Wachstum von Legionellen, deren Bildung nun zukünftig verhindert wird.

Fazit

Das Beispielobjekt „Dreifeldsporthalle im Werner-Seelenbinder-Sportpark Berlin-Neukölln“ beweist, dass auch in problematischem Baubestand der bestimmungsgemäße Betrieb laut Regelwerk simuliert werden kann – ohne dass große bauliche Maßnahmen erforderlich sind. Alter Rohrbestand kann weiter genutzt werden. Das Projekt belegt weiterhin, dass technisch ausgereifte Funktionalität nicht nur einen praktischen Zusatznutzen bietet und ökonomisch, sondern in erster Linie in hygienerelevanter Hinsicht sinnvoll ist.