Sanitärausstattung in Arztpraxen: Architektur und Hygiene zusammen gedacht
In Arztpraxen und insbesondere in Zahnarztpraxen spielt Trinkwasser eine zentrale Rolle – von der Handhygiene über Sterilisationsprozesse bis hin zu Anwendungen direkt am Patienten. Gleichzeitig stellen Zahnarztpraxen besondere Anforderungen an die Sanitärausstattung: Viele Entnahmestellen, regelmäßige Nutzungspausen und sensible Behandlungsbereiche können die Trinkwasserhygiene beeinflussen. Architektur, Trinkwasserinstallation und späterer Praxisbetrieb müssen daher frühzeitig zusammen gedacht werden.
Mit robusten elektronischen Armaturen, die automatisierten Stagnationsspülungen auslösen und dem Wassermanagement-System SWS / SMART.SWS bietet SCHELL passende Lösungen, um Zahnarztpraxen sicher, funktional und zukunftsfähig auszustatten.
Patienten-WCs und Personalbereiche: Armaturen in Patienten-WCs und Personalbereichen sollten intuitiv, komfortabel und hygienisch sicher für jeden bedienbar sein. Um Verbrühungsrisiken auszuschließen, sind Temperaturbegrenzungen sinnvoll.
Sanierung, Praxisübernahme oder Neubau – worauf es ankommt
Trinkwasserinstallation frühzeitig mitdenken
Die Anzahl an Entnahmestellen in Zahnarztpraxen wird häufig unterschätzt. Dabei gibt es in nahezu allen Funktionsbereichen Wasseranschlüsse – in jedem Behandlungszimmer, in Technik-, Sterilisations-, Personal- und Nebenräumen sowie in WC- und Laborbereichen. Je nach Praxisgröße kommen so schnell 10 bis 15 Entnahmestellen zusammen, zusätzlich zahlreicher Geräteanschlüsse.
Entscheidend ist, dass die spätere Nutzung aller Entnahmestellen von Anfang an berücksichtigt wird: Welche Entnahmestellen werden täglich genutzt? Wo kann es zu längeren Stillstandzeiten kommen? Wie lässt sich ein regelmäßiger Wasserwechsel sicherstellen, um die Trinkwasserhygiene sicherzustellen?
Regelmäßigen Wasserwechsel sicherstellen
Grundvoraussetzung für den Erhalt der Trinkwassergüte: das Wasser muss fließen. Gerade in Zahnarztpraxen kann es schnell zu Stagnation kommen – etwa an langen Wochenenden, Feiertagen oder während der Betriebsferien. Auch einzelne Entnahmestellen in Labor-, Technik- oder Nebenräumen werden im Praxisalltag oft nur unregelmäßig genutzt.
Verbleibt das Wasser zu lange in den Leitungen, können sich Bakterien wie Legionellen oder Pseudomonas aeruginosa überdurchschnittlich vermehren. Um dem vorzubeugen, muss der regelmäßige Wasserwechsel über alle Entnahmestellen sichergestellt werden.
Waschplätze hygienisch sicher gestalten
Waschplätze in Zahnarztpraxen müssen hygienische Arbeitsabläufe zuverlässig unterstützen. Ein zentraler Punkt ist die berührungslose Bedienung, um eine Rekontamination über Griffe oder Hebel nach der Händehygiene zu verhindern.
Auch die Gestaltung des Waschplatzes muss genau bedacht werden. Der Wasserstrahl sollte nicht direkt auf einen offenen Ablauf treffen, da sich im Siphon Pseudomonas aeruginosa und weitere gesundheitsrelevante Bakterien befinden können. Überläufe sind ebenfalls kritisch, da sich dort hygienische Problemzonen bilden können. Fugenarme Materialien und integrierte Flächen erleichtern zusätzlich Reinigung und Desinfektion.
Nutzungspausen und Betrieb der Trinkwasserinstallation außerhalb der Öffnungszeiten einplanen
Aus Versicherungsgründen sind Praxen außerhalb der Öffnungszeiten häufig wasser- und stromlos. Das Problem: Werden Anlagen vollständig abgeschaltet, können automatische Spülungen nicht stattfinden. Deshalb muss die Strom- und Wasserversorgung der Installation so geplant werden, dass notwendige Hygienemaßnahmen auch während Nutzungsunterbrechungen möglich sind.
Architektur und Hygiene zusammen denken
Moderne Zahnarztpraxen sollten nicht nur funktional sein, sondern auch eine angenehme Atmosphäre schaffen. Empfangsbereich, Wartezimmer und Behandlunsgräume sollten so gestaltet sein, dass sie den Patienten Sicherheit und Wohlbefinden vermitteln. Gleichzeitig dürfen hygienische Anforderungen nicht in den Hintergrund rücken.
Entscheidend ist daher eine Planung, die Gestaltung und Hygiene von Anfang an zusammendenkt, um hygienische Risiken frühzeitig zu reduzieren. Gerade das Thema Trinkwasserhygiene ist eine wichtige Voraussetzung für einen langjährigen hygienisch sicheren Praxisbetrieb.
Auch Materialien und Oberflächen spielen eine wichtige Rolle. Diese sollten so gewählt werden, dass sie leicht zu reinigen sind, hygienische Arbeitsabläufe unterstützen und gleichzeitig gut in das architektonische Gesamtkonzept der Praxis integriert sind.
Es wird deutlich: Hygiene und Gestaltung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil, eine durchdachte Architektur kann einen hygienisch sicheren Betrieb aktiv unterstützen.