5 Mythen: Wie sicher ist Trinkwasser aus dem Hahn wirklich?
Trinkwasser aus dem Hahn ist in Deutschland selbstverständlich und wird täglich genutzt. Trotzdem halten sich viele Mythen rund um die Qualität von Leitungswasser. Ist Mineralwasser gesünder? Sind alte Leitungen automatisch problematisch? Und braucht man wirklich einen Trinkwasserfilter? Was hinter den häufigsten Annahmen steckt und worauf Verbraucher achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Was die Qualität von Trinkwasser beeinflusst
Trinkwasser zählt in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Dennoch kommt es auch auf die Installation im Gebäude und den richtigen Umgang im Alltag an. Bis zum Hausanschluss sichern die Wasserversorger die Qualität. Danach spielen Leitungen, Armaturen, Temperaturen und die regelmäßige Nutzung der Entnahmestellen eine wichtige Rolle.
Besonders wichtig ist ein regelmäßiger Wasserwechsel. Bleibt Wasser längere Zeit in den Leitungen stehen, spricht man von Stagnation. In diesem Fall steigt das Risiko einer übermäßigen Vermehrung von Mikroorganismen wie Legionellen.
Mythos 2: „Ist Wasser aus alten Leitungen automatisch ungesund?“
Faktencheck: Das Alter allein entscheidet nicht
Wasser aus alten Leitungen kann ungesund sein, weil sich Stoffe aus den Rohren ins Trinkwasser lösen können. Wie viel davon ins Wasser übergeht und ob dies potenziell gesundheitsgefährdend sein kann, hängt unter anderem vom Material, Alter der Installation, pH-Wert des Wassers und der Standzeit in der Leitung ab.
Hinweis: Wer unsicher ist, sollte bei Vermieter, Hausverwalter oder Eigentümer nachfragen oder das Wasser fachgerecht prüfen lassen. Hausbesitzer und Wasserversorger sind verpflichtet, Bleileitungen und Teilstücke aus Blei auszutauschen oder stillzulegen.
Fazit: Nicht jede alte Leitung ist ein Problem
Alte Leitungen sind nicht automatisch bedenklich. Wichtig sind das richtige Material, eine fachgerechte Installation und die regelmäßige Nutzung.
Tipp: Nach längerer Standzeit sollten Sie das Wasser so lange ablaufen lassen, bis es kühl aus der Leitung kommt.
Mythos 3: „Ist warmes Leitungswasser hygienisch bedenklich?“
Faktencheck: Auf den richtigen Betrieb kommt es an
Entscheidend ist, dass die Trinkwasserinstallation fachgerecht geplant, betrieben und regelmäßig genutzt wird. Besonders wichtig ist die richtige Temperatur im Warmwasserspeicher und in den Leitungen. Denn Legionellen vermehren sich vor allem in lauwarmem Wasser. Bei ausreichend hohen Temperaturen und einem regelmäßigem Wasseraustausch sinkt dieses Risiko deutlich.
Fazit: Warmwasser ist nicht automatisch bedenklich
Der Mythos stimmt so nicht. Warmwasser kann hygienisch sicher bereitgestellt werden, wenn Installation, Temperatur und Nutzung stimmen. Wichtig ist, überlange Stagnation in den Leitungen zu verhindern. Dafür sollten alle Entnahmestellen regelmäßig genutzt werden.
Einfache Tipps für den sicheren Umgang mit Leitungswasser
Alle Entnahmestellen regelmäßig nutzen: Auch selten genutzte Entnahmestellen, beispielsweise im Gästebad, sollten regelmäßig betätigt werden. So wird das Wasser in den Leitungen ausgetauscht und überlange Stagnation verhindert.
Nach längerer Abwesenheit durchspülen: Nach Urlaub, Wochenenden oder längeren Nutzungspausen sollten alle Entnahmestellen einmal durchgespült werden.
Frisches Wasser verwenden: Leitungswasser sollte zum Trinken oder Kochen möglichst frisch aus der Leitung kommen. Nach längerer Standzeit das Wasser kurz ablaufen lassen, bis es kühl austritt.
Auf saubere Gefäße achten: Wer Leitungswasser in Flaschen oder Karaffen füllt, sollte diese regelmäßig reinigen, um eine Vermehrung von Bakterien zu verhindern.