Schell_5_Mythen_ueber_Trinkwasser_Header_1920x600

5 Mythen: Wie sicher ist Trinkwasser aus dem Hahn wirklich?

Trinkwasser aus dem Hahn ist in Deutschland selbstverständlich und wird täglich genutzt. Trotzdem halten sich viele Mythen rund um die Qualität von Leitungswasser. Ist Mineralwasser gesünder? Sind alte Leitungen automatisch problematisch? Und braucht man wirklich einen Trinkwasserfilter? Was hinter den häufigsten Annahmen steckt und worauf Verbraucher achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was die Qualität von Trinkwasser beeinflusst

Trinkwasser zählt in Deutschland zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln. Dennoch kommt es auch auf die Installation im Gebäude und den richtigen Umgang im Alltag an. Bis zum Hausanschluss sichern die Wasserversorger die Qualität. Danach spielen Leitungen, Armaturen, Temperaturen und die regelmäßige Nutzung der Entnahmestellen eine wichtige Rolle.

Besonders wichtig ist ein regelmäßiger Wasserwechsel. Bleibt Wasser längere Zeit in den Leitungen stehen, spricht man von Stagnation. In diesem Fall steigt das Risiko einer übermäßigen Vermehrung von Mikroorganismen wie Legionellen.

Mythos 1: „Ist Leitungswasser schmutziger als Mineralwasser?“

Faktencheck: Qualitätskontrollen bei Trinkwasser vs. Mineralwasser

Leitungswasser wird in Deutschland streng kontrolliert. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) legt fest, welche Qualitätsstandards Wasser aus dem Hahn erfüllen muss. Dazu gehören klare Grenzwerte, etwa für Pestizide oder Uran. In vielen Punkten sind die Vorgaben sogar strenger als für Mineralwasser aus der Flasche.

Wasserversorger sind verpflichtet, ihr Wasser regelmäßig zu prüfen – große Versorgungsbetriebe sogar mehrmals täglich. Die Überwachungsbehörde kontrolliert zusätzlich, ob alle gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien eingehalten werden.

Fazit: Leitungswasser ist ein streng kontrolliertes Lebensmittel

Aufgrund strenger Kontrollen kann Trink- bzw. Leitungswasser in Deutschland „unbedenklich und ohne weitere Behandlung getrunken werden“ (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit). Der Mythos, es sei schmutziger als Mineralwasser, stimmt daher nicht.

Mythos 2: „Ist Wasser aus alten Leitungen automatisch ungesund?“

Faktencheck: Das Alter allein entscheidet nicht

Wasser aus alten Leitungen kann ungesund sein, weil sich Stoffe aus den Rohren ins Trinkwasser lösen können. Wie viel davon ins Wasser übergeht und ob dies potenziell gesundheitsgefährdend sein kann, hängt unter anderem vom Material, Alter der Installation, pH-Wert des Wassers und der Standzeit in der Leitung ab.

Hinweis: Wer unsicher ist, sollte bei Vermieter, Hausverwalter oder Eigentümer nachfragen oder das Wasser fachgerecht prüfen lassen. Hausbesitzer und Wasserversorger sind verpflichtet, Bleileitungen und Teilstücke aus Blei auszutauschen oder stillzulegen.

Fazit: Nicht jede alte Leitung ist ein Problem

Alte Leitungen sind nicht automatisch bedenklich. Wichtig sind das richtige Material, eine fachgerechte Installation und die regelmäßige Nutzung.

Tipp: Nach längerer Standzeit sollten Sie das Wasser so lange ablaufen lassen, bis es kühl aus der Leitung kommt.

Mythos 3: „Ist warmes Leitungswasser hygienisch bedenklich?“

Faktencheck: Auf den richtigen Betrieb kommt es an

Entscheidend ist, dass die Trinkwasserinstallation fachgerecht geplant, betrieben und regelmäßig genutzt wird. Besonders wichtig ist die richtige Temperatur im Warmwasserspeicher und in den Leitungen. Denn Legionellen vermehren sich vor allem in lauwarmem Wasser. Bei ausreichend hohen Temperaturen und einem regelmäßigem Wasseraustausch sinkt dieses Risiko deutlich.

Fazit: Warmwasser ist nicht automatisch bedenklich

Der Mythos stimmt so nicht. Warmwasser kann hygienisch sicher bereitgestellt werden, wenn Installation, Temperatur und Nutzung stimmen. Wichtig ist, überlange Stagnation in den Leitungen zu verhindern. Dafür sollten alle Entnahmestellen regelmäßig genutzt werden.

Mythos 4: „Machen Trinkwasserfilter das Wasser immer besser?“

Faktencheck: Filter sind nicht automatisch ein Vorteil

Hersteller von Wasserfiltern werben damit, Leitungswasser von Kalk, Schadstoffen und Bakterien zu befreien. In der Praxis bringen sie aber nicht automatisch eine bessere Wasserqualität. Bei falscher Nutzung können Wasserfilter die Qualität des Leitungswassers sogar verschlechtern. Werden die Filter nicht regelmäßig gereinigt und die Filterpatronen erneuert, bieten sie einen Nährboden für Bakterien und Keime.

Fazit: Filter nur gezielt und mit regelmäßiger Pflege einsetzen

Bei gutem Leitungswasser, wie es in Deutschland in der Regel vorkommt, sind Trinkwasserfilter aus gesundheitlichen Gründen unnötig. Sie können aber den Geschmack verändern, da sie Kalk im Wasser reduzieren. Wer einen Filter nutzt, sollte diesen regelmäßig reinigen und die Kartuschen rechtzeitig wechseln.

Hinweis: Kalk im Wasser ist grundsätzlich nicht schädlich. Er besteht vor allem aus Calcium und Magnesium und kann sogar wichtige Mineralstoffe liefern. Die Nutzung von Filtern ist daher eher eine Geschmackssache.

Mythos 5: „Kann man Wasser beliebig lange in Flaschen aufbewahren?“

Faktencheck: Auch Wasser hat ein Ablaufdatum

Trinkwasser ist, wie jedes andere Nahrungsmittel auch, verderblich. Daher ist es entscheidend, auf die Qualität und eine richtige Handhabung zu achten. Bei selbst abgefülltem Leitungswasser kommt es vor allem auf die Hygiene der Flasche an. Wiederbefüllbare Trinkflaschen sollten regelmäßig gründlich gereinigt werden, sonst können sich Bakterien bilden – besonders bei Wärme oder Rückständen im Wasser.

Fazit: Wasser richtig aufbewahren

Wasser ist zwar lange haltbar, aber nicht unter allen Bedingungen beliebig lange frisch. Gekauftes Wasser sollte kühl gelagert und nach dem Öffnen zeitnah verbraucht werden. Selbst abgefülltes Leitungswasser gehört in saubere Flaschen und sollte möglichst frisch getrunken werden.

Einfache Tipps für den sicheren Umgang mit Leitungswasser

Alle Entnahmestellen regelmäßig nutzen: Auch selten genutzte Entnahmestellen, beispielsweise im Gästebad, sollten regelmäßig betätigt werden. So wird das Wasser in den Leitungen ausgetauscht und überlange Stagnation verhindert.

Nach längerer Abwesenheit durchspülen: Nach Urlaub, Wochenenden oder längeren Nutzungspausen sollten alle Entnahmestellen einmal durchgespült werden.

Frisches Wasser verwenden: Leitungswasser sollte zum Trinken oder Kochen möglichst frisch aus der Leitung kommen. Nach längerer Standzeit das Wasser kurz ablaufen lassen, bis es kühl austritt.

Auf saubere Gefäße achten: Wer Leitungswasser in Flaschen oder Karaffen füllt, sollte diese regelmäßig reinigen, um eine Vermehrung von Bakterien zu verhindern.

Elektronische Armaturen als Unterstützung im Alltag

Elektronische Armaturen von SCHELL unterstützen den sicheren Umgang mit Leitungswasser im Alltag. Die Durchführung automatischer Stagnationsspülungen sorgt für einen regelmäßigen Wasserwechsel in den Leitungen – das ist besonders hilfreich für selten genutzte Entnahmestellen oder während der Urlaubszeit. Dadurch reduzieren die elektronischen Armaturen hygienische Risiken und erhöhen durch ihre berührungslose Bedienung gleichzeitig den Komfort.

Weitere Themen: