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Kaltwassererwärmung im Sommer: ein unterschätztes Hygienerisiko

Im Sommer steigen die Temperaturen. Doch nicht nur draußen, sondern häufig auch dort, wo es im Gebäudebetrieb zunächst unbemerkt bleibt: in der Trinkwasserinstallation. Hohe Außentemperaturen können dazu führen, dass sich Kaltwasserleitungen und das Wasser darin erwärmen. Wird in der Ferienzeit kein oder deutlich weniger Wasser genutzt, bleibt zudem der notwendige Wasserwechsel aus. Die Folge: ein erhöhtes Risiko für die Trinkwasserhygiene durch Legionellen.

Für Betreiber bedeutet das: Gerade im Sommer müssen die Temperaturen des Kaltwassers und ein bestimmungsgemäßer Betrieb genau im Blick behalten werden. Wie ein sicherer Betrieb trotz hoher Temperaturen gelingen kann und wie Lösungen von SCHELL dabei unterstützen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Warum erwärmtes Kaltwasser hygienisch riskant ist

Steigt die Temperatur von Kaltwasser auf über 25 °C, kann dies die Trinkwasserhygiene beeinträchtigen. Denn in diesem Temperaturbereich wird die Vermehrung von Legionellen begünstigt.

Legionellen kommen natürlicherweise im Trinkwasser vor und stellen in geringer Konzentration in der Regel kein Risiko dar. Kritisch wird es erst, wenn sie sich übermäßig vermehren – aufgrund von Stagnation oder zu hohen Temperaturen. Optimale Bedingungen finden Legionellen in einem Temperaturbereich von 25 °C bis 45 °C. Besonders kritisch ist ein Temperaturbereich von 35 °C bis 45 °C.

Für Betreiber ist es daher entscheidend, gerade im Sommer Kaltwassertemperaturen im Blick zu behalten und einen regelmäßigen Wasserwechsel sicherzustellen.

Ursachen für kritische Kaltwassertemperaturen

Kritische Kaltwassertemperaturen entstehen nicht nur durch hohe Außentemperaturen. Auch die baulichen Gegebenheiten und der Betrieb eines Gebäudes können Einfluss darauf haben, wie stark sich Trinkwasser kalt erwärmt.

Sommerhitze und warme Gebäudebereiche

nhaltend hohe Außentemperaturen können dazu führen, dass sich Kaltwasserleitungen und das Wasser darin erwärmen. In den Ferien ist dieser Effekt häufig verstärkt: Viele Gebäude, wie beispielsweise Schulen, werden in dieser Zeit weniger genutzt und seltener gelüftet. Dadurch staut sich die Hitze im Gebäude.

Für die Trinkwasserinstallation bedeutet das: Je wärmer die Umgebung der Leitungen ist, desto größer ist das Risiko, dass sich auch das Wasser in den Leitungen erwärmt.

Ungünstige Leitungsführung und selten genutzte Entnahmestellen

Neben hohen Außentemperaturen können auch bauliche Gegebenheiten dazu beitragen, dass sich Trinkwasser kalt erwärmt. Moderne Gebäudehüllen sind häufig sehr dicht gebaut. Aus Energiespargründen ist das zwar sinnvoll, allerdings kann es auch dazu führen, dass die Wärme im Gebäude länger gespeichert wird. Zum anderen werden immer komplexere Trinkwasserinstallationen gebaut. Kritisch wird das vor allem, wenn Kaltwasserleitungen in warmen Bereichen verlaufen oder sich in unmittelbarer Nähe zu warmgehenden Leitungen befinden.

Hinzu kommen selten genutzte Entnahmestellen. Gerade in Schulen, Sportstätten oder öffentlichen Gebäuden ist die Nutzung während der Ferien deutlich heruntergefahren oder setzt ganz aus. Dadurch bleibt das Wasser länger in den Leitungen stehen.

Die Folge: längere Stagnation in den Leitungen der Trinkwasserinstallation bei gleichzeitig erhöhten Temperaturen im Kaltwasser – und damit ein erhöhtes Risiko für eine gesundheitsgefährdende Vermehrung von Legionellen.

Sicherer Betrieb trotz hoher Temperaturen – was Betreiber beachten sollten

Kaltwassertemperaturen regelmäßig überprüfen

Um kritische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen, sollten Betreiber die Kaltwassertemperaturen regelmäßig überprüfen. Besonders wichtig ist dies während der Sommermonate und nach längeren Nutzungsunterbrechungen.

So wird gemessen: Gemäß dem Entwurf des neuen DVGW W 551-1 (A) von Mai 2025 lässt man 3 Liter Wasser ablaufen und misst in weiteren 250 ml die Temperatur. Diese darf 25 °C nicht überschreiten. Ist dies der Fall, muss auch das Kaltwasser auf Legionellen untersucht werden.

Stagnation vermeiden und Wasserwechsel sicherstellen

Um einer übermäßigen Vermehrung von Legionellen vorzubeugen, muss das Wasser regelmäßig über alle Entnahmestellen ausgetauscht werden. Als Grundlage gilt: Spätestens alle 72 Stunden sollte ein vollständiger Wasserwechsel erfolgen.

Reicht die normale Nutzung nicht aus, etwa während der Ferien, muss der Wasserwechsel anderweitig sichergestellt werden, beispielsweise durch manuelle oder automatisierte Stagnationsspülungen.

Lösungen von SCHELL für mehr Sicherheit im Betrieb

Wassermanagement mit SWS/SMART.SWS

Stagnationsspülungen können grundsätzlich manuell durchgeführt werden – gerade in großen Gebäuden mit vielen Entnahmestellen ist das jedoch mit einem hohen Personalaufwand verbunden. Zudem müssen die Spülungen zuverlässig, geplant, durchgeführt und dokumentiert werden.

Eine effizientere Methode bieten Wassermanagement-Systeme. Mit dem SCHELL Wassermanagement-System SWS lassen sich alle elektronischen SCHELL Armaturen im Gebäude vernetzen und zentral steuern. Dadurch können Spülvorgänge automatisiert, zeit- oder temperaturgesteuert durchgeführt und exakt dokumentiert werden.

Mit der cloudbasierten Erweiterung SMART.SWS wird das Wassermanagement zusätzlich ortsunabhängig möglich. Betreiber und Facility Manager können Spülvorgänge, Armaturenparameter und Systemmeldungen per Fernzugriff einsehen, steuern und dokumentieren. Gerade während der Ferienzeit oder bei hohen Außentemperaturen lässt sich der Spülrhythmus flexibel anpassen, zum Beispiel von einem zweitägigen auf einen täglichen Wasserwechsel. Dafür muss das Gebäude nicht betreten werden.

Temperaturgesteuerte Spülungen

Neben der zeitgesteuerten Spülung bietet SWS zusätzlich auch die Möglichkeit, temperaturabhängig zu spülen. Das System löst automatisch eine zusätzliche Spülung aus, sobald eine bestimmte Temperatur – z. B. 25 °C Kaltwasser an der Messstelle – erreicht wird. Der Wasserwechsel läuft so lange, bis eine frei wählbare Zieltemperatur unterschritten wird, beispielsweise 20 °C. Dadurch wird nur dann gespült, wenn es tatsächlich erforderlich ist. Das unterstützt die Trinkwasserhygiene und hilft gleichzeitig, unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden.

Hinweis: Temperatursensoren wie PT 1000 Anlegefühler oder Eckventile mit integriertem Temperatursensor lassen sich unkompliziert nachrüsten und direkt in das SWS-System einbinden.

Kaltwasser im Sommer sicher im Blick behalten – Praxistipps für Betreiber

Sommerhitze, längere Nutzungsunterbrechungen und erwärmte Gebäudebereiche können die Trinkwasserhygiene beeinflussen und zu einer überdurchschnittlichen Vermehrung von Mikroorganismen beitragen. Umso wichtiger ist es, Kaltwassertemperaturen regelmäßig zu prüfen und den Wasserwechsel über alle Entnahmestellen zuverlässig sicherzustellen.

So handeln Betreiber richtig:

  • Regelmäßige Stagnationsspülungen bei Betriebsunterbrechungen von mehr als 72 Std. (manuell oder automatisiert)
  • Überwachung der Temperaturen im Trinkwasser warm und kalt mithilfe von Thermometern oder automatisiert mit Temperatur-Fühlern
  • Regelmäßige Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen

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