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Fachgerechte Probenahme: Von der Planung zum belastbaren Befund

Legionellenuntersuchungen gelten oft als Sache von Labor und Betreiber. Dabei fällt die eigentliche Entscheidung viel früher – in der Planung der Trinkwasserinstallation. Befindet sich eine Probenahmestelle an der falschen Position oder lässt die Armatur bauartbedingt keine saubere Probe zu, hilft auch das beste Labor nicht weiter. Der Schlüssel zu verlässlichen Ergebnissen liegt damit nicht am Ende der Kette, sondern an ihrem Anfang: bei der TGA-Planung. Nur so können Untersuchungen auf Legionellen später belastbare Ergebnisse liefern und Rechtssicherheit im Hinblick auf die Erfüllung der TrinkwV, der Verkehrssicherungspflicht und der Arbeitsstättenregel geben.

Erfahren Sie hier, worauf es bei der Planung von Probenahmestellen ankommt und wie SCHELL mit passenden Lösungen eine fachgerechte Probenahme unterstützt.

Ohne fachgerechte Probenahme kein belastbarer Befund

Die Qualität einer Legionellenuntersuchung entscheidet sich nicht im Labor – sondern lange vorher, bei der Planung. Denn nur fachgerechte Proben an den richtigen Stellen erlauben eine belastbare Bewertung des hygienischen Zustands einer Anlage.

Sitzt eine Probenahmestelle falsch oder stimmt die Technik nicht, ist der Befund kaum aussagekräftig – die Folgen können teuer sein:

  • Unnötige Risikoabschätzungen
  • Zusätzliche Untersuchungen
  • Vermeidbare Sanierungen

Wer früh richtig plant, spart später Ärger und Kosten.

Probenahmestellen gezielt einplanen

Ein typisches Problem zeigt sich oft erst im Betrieb: Manche Armaturen geben bauartbedingt nur Mischwasser ab. Mischwasser soll jedoch explizit nicht beprobt werden, da bei den Befunden nicht eindeutig gesagt werden kann, ob die Legionellen aus dem Warm- oder Kaltwasser stammen.

Besonders häufig tritt das Problem bei folgenden Armaturen auf:

  • Thermostatische oder manuelle Armaturen mit Verbrühungsschutz
  • Elektronische Armaturen
  • Mechanische Selbstschlussarmaturen

Bei thermostatischen Armaturen ist eine saubere Probe gar nicht möglich: Der Heißwasserfluss stoppt bereits nach drei Sekunden, sobald das Kaltwassereckventil geschlossen wird. Hier führt kein Weg an Probenahmeventilen vorbei.

Planungstipp: Probenahmeventile von Anfang an gut zugänglich einplanen – nicht hinter Verkleidungen oder Einbauten. Und darauf achten, dass die Probenahmestellen thermisch oder chemisch desinfizierbar sind.

Die richtigen Steigestränge im Blick

Grundsätzlich muss jeder Steigestrang in die systemische Untersuchung einbezogen werden, aber nicht aus jedem müssen Proben entnommen werden. Entscheidend ist, dass die Auswahl eine Aussage über das Gesamtsystem zulässt, dokumentiert und begründet ist.

Das Problem: In der Planung weiß niemand, welche Nasszellen später wie stark genutzt werden. Ein möglicher Weg ist, die Zahl der zu beprobenden Stränge rechnerisch festzulegen:

  • Bis 5 Steigestränge: alle beproben
  • 6 bis 10 Steigestränge: mindestens 5 beproben
  • Mehr als 10 Steigestränge: etwa 25 % der Stränge beproben

Klare Bezeichnung von Probenahmestellen

Ein kleines Detail sorgt in der Praxis immer wieder für Probleme: Oft stimmen die Bezeichnungen im Befund und im Strangschema nicht mit den Raumnummern im Gebäude überein. Das erschwert die Ursachenfindung und kostet im Ernstfall Zeit und Geld.

Besser ist es daher, den Fachplaner zu beauftragen, die Raumnummern in die Revisionspläne zu übernehmen und den Probenahmestellen eindeutig zuzuordnen. Als bezahlte Zusatzleistung eine kleine Investition, die sich schnell auszahlt.

Probenahmeventile von SCHELL für belastbare Proben

Um valide und belastbare Ergebnisse zu erhalten, sollte die Untersuchung wo immer möglich über spezielle Probenahmeventile erfolgen. Diese Einrichtungen sind speziell für die fachgerechte Probenahme nach Trinkwasserverordnung und die Untersuchung auf Legionellen entwickelt worden.

Hinweis: Bei Waschtischarmaturen mit Eckventil-Thermostaten oder mit integriertem Thermostat muss immer über ein vorgelagertes Probenahme-Eckventil beprobt werden, weil sonst Mischwasser beprobt würde.

Auch SCHELL bietet hierfür passende Lösungen:

Das Probenahmeventil PROBFIX besitzt einen Anschluss für Armaturenschläuche und eignet sich ideal zur Nachrüstung zwischen Eckventil und Armatur. Zum Einbau ist lediglich das vorhandene Eckventilabzusperren.

Auch das SCHELL Probenahme-Eckventil mit vandalengeschützter Betätigung ist optimal für die Untersuchung auf Legionellen im Trinkwasser geeignet. Zusätzlich kann das Entnahmerohrentfernt und dessen Abgang verschlossen werden.

Fazit: Probenahme ist Planungssache

Belastbare Untersuchungsergebnisse setzen voraus, dass Probenahmestellen fachgerecht festgelegt werden. Nicht jede Armatur kann bauartbedingt eine saubere Probe liefern. Dort, wo nur Mischwasser ankommt, müssen Probenahmeventile verbaut werden.

Diese Aufgaben gehören in die Hände von TGA-Fachplanern und Fachhandwerkern. Sie sind das vom Umweltbundesamt geforderte „hygienisch-technisch kompetente Personal“. Denn sie kennen das Anlagenkonzept und legen Position und Art der Probenahmestellen fest. Probenahmen sind damit kein rein labortechnisches Thema, sondern wesentlicher Bestandteil einer hygienisch orientierten TGA-Planung.

Rechtspflichten im Blick:

Mindestens drei Rechtspflichten bestimmen die Untersuchung auf Legionellen in Trinkwasserinstallationen:

  • Systemische Untersuchung des zirkulierenden Warmwassers in Großanlagen – nach Trinkwasserverordnung.
  • Weitergehende Untersuchung in der Peripherie von Stichleitungen, die auch zu warmes Kaltwasser erfasst – nach Verkehrssicherungspflicht (§ 823 Abs. 1 BGB) und/oder Arbeitsstättenregel V3.
  • Sonderfall Gesundheitsbereich: immer als weitergehende Untersuchung nach DVGW W 551 (A). Eine „einfache“ systemische Untersuchung gibt es hier nicht.

Weitere Themen:

Eckventile - Geräteanschluss-Armaturen - Nutzerhygiene - Trinkwasserhygiene

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