schell_sauberes_wasser_fuer_die_gesundheit_iStock-611212244_elxeneize_1920x600

Sauberes Trinkwasser für die Gesundheit – Maßnahmen für Vermieter und Mieter

Sauberes Trinkwasser ist eine wichtige Grundlage für Gesundheit und Hygiene im Alltag. Damit die Wasserqualität auch innerhalb von Gebäuden erhalten bleibt, kommt es auf den richtigen Betrieb der Trinkwasserinstallation und eine regelmäßige Nutzung der Entnahmestellen an. Vermieter und Mieter können mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, die Trinkwasserhygiene im Gebäude dauerhaft zu sichern.

Warum sauberes Trinkwasser für die Gesundheit so wichtig ist

Trinkwasser kommt täglich in vielfältiger Weise zum Einsatz. Ob beim Trinken, Duschen, Händewaschen oder Kochen – der direkte Kontakt mit dem menschlichen Körper ist selbstverständlich. Gerade weil es meist direkt aus der Leitung ohne weitere Aufbereitung genutzt wird, gelten besonders hohe hygienische Anforderungen. Denn mikrobiologische Belastungen können gesundheitliche Auswirkungen haben.

Besonders gefährdet sind:

  • ältere Menschen
  • Kinder
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem

Ein hygienischer Umgang mit Trinkwasser ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitsschutzes im Alltag.

Wenn sich Mikroorganismen in der Installation übermäßig vermehren

Stagnation und Temperaturen als Risikofaktoren

Mikroorganismen können sich unter bestimmten Bedingungen in Trinkwasserinstallationen übermäßig vermehren. Entscheidend sind dabei vor allem Stagnation und Temperatur. Stagnierendes Wasser in selten genutzten Leitungen begünstigt die Vermehrung von Bakterien. Wird Wasser über längere Zeit nicht genutzt, kann es bereits nach etwa 72 Stunden zu einer deutlichen Konzentration von Mikroorganismen kommen. Auch ungünstige Temperaturen im Warmwassersystem können diese Entwicklung fördern. Ein hygienischer Betrieb der Trinkwasserinstallation ist daher ein zentraler Bestandteil des Gesundheitsschutzes.

Wichtig zu wissen:

  • Selten genutzte Leitungen sind besonders kritisch.
  • Bereits nach wenigen Tagen können sich gesundheitschädliche Bakterien übermäßig vermehren.
  • Temperatur und Nutzerverhalten beeinflussen die Wasserqualität direkt.

Legionellen als mögliches Gesundheitsrisiko

Legionellen sind natürlich vorkommende Wasserbakterien und grundsätzlich Bestandteil des Wassers in geringer Konzentration. Problematisch wird es, wenn sie sich in technischen Anlagen stark vermehren. Temperaturen zwischen etwa 30 °C und 45 °C bieten dafür ideale Bedingungen. Stagnierendes Wasser in selten genutzten Leitungen erhöht das Risiko zusätzlich. Deshalb stehen besonders größere Trinkwasserinstallationen in Mehrfamilienhäusern im Fokus der Trinkwasserhygiene.

 

Wie eine Infektion entstehen kann: Eine Infektion mit Legionellen erfolgt typischerweise über die Atemwege. Überall dort, wo sich ein Wasser-Luft-Gemisch bildet, können bakterienhaltige Aerosole entstehen. Das ist insbesondere beim Duschen der Fall, aber auch beim Händewaschen. Diese feinen Wassertröpfchen können eingeatmet werden und so in die Lunge gelangen. Das Trinken von Wasser ist hingegen in der Regel unbedenklich.

Verantwortung der Vermieter

Vermieter bzw. Gebäudeeigentümer sind für die Trinkwasserqualität innerhalb der Hausinstallation verantwortlich. Sie müssen sicherstellen, dass Trinkwasser bis zu den Entnahmestellen hygienisch einwandfrei bleibt. In Mehrfamilienhäusern mit zentraler Trinkwassererwärmung gelten Anlagen häufig als Großanlagen. In diesen Fällen schreibt die Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungen auf Legionellen vor. Wird der technische Maßnahmenwert überschritten, besteht Meldepflicht gegenüber dem Gesundheitsamt. Zusätzlich sind eine Gefährdungsanalyse sowie geeignete technische und organisatorische Maßnahmen einzuleiten. Doch auch unabhängig von gesetzlichen Vorgaben spielen Nutzungsgewohnheiten eine wichtige Rolle. Besonders dann, wenn Wasser längere Zeit nicht genutzt wird.

Mietwohnungen

In klassischen Mietverhältnissen wird Wasser in der Regel regelmäßig genutzt. Dennoch gibt es typische Situationen, in denen es zu längeren Stillstandszeiten kommen kann.

Dazu zählen:

  • Urlaubszeiten oder längere Abwesenheiten der Mieter
  • Übergangszeiten zwischen Auszug und Einzug
  • Leerstand durch ausbleibende Vermietung

In diesen Phasen kann Wasser in den Leitungen überlange stagnieren. Das begünstigt die Vermehrung von Mikroorganismen, insbesondere von Legionellen. Das Risiko steigt mit der Dauer der Nichtnutzung. Gerade bei längeren Abwesenheiten von mehreren Wochen oder bei leerstehenden Wohnungen sollten Vermieter aufmerksam werden. Hier können einfache Maßnahmen wie regelmäßiges Spülen der Leitungen helfen, die Wasserqualität zu sichern.

Ferienwohnungen

Bei Ferienwohnungen ist die Situation oft noch kritischer. Die Nutzung ist unregelmäßig und stark schwankend. Es kann vorkommen, dass Wohnungen über längere Zeiträume gar nicht belegt sind. Diese wiederkehrenden Leerstände erhöhen das Risiko für stagnierendes Wasser deutlich. Vermieter von Ferienwohnungen sollten daher besonders darauf achten, dass auch in Zeiten ohne Belegung ein regelmäßiger Wasseraustausch stattfindet.

Checkliste für Vermieter:

  • Hygienischen Betrieb sicherstellen, z. B. durch korrekte Warmwassertemperaturen und regelmäßige Wartung.
  • Ausreichenden Wasseraustausch gewährleisten und Stagnation vermeiden.
  • Planung, Betrieb und Instandhaltung fachgerecht umsetzen und regelmäßig prüfen.
  • Rohrleitungen optimieren und Kalt- und Warmwasser thermisch trennen.
  • Mieter über die regelmäßige Nutzung aller Entnahmestellen informieren, besonders in warmen Sommermonaten.

Was Mieter zur Trinkwasserhygiene beitragen können

Stagnation vermeiden

  • Armaturen regelmäßig nutzen. Bei selten genutzten Entnahmestellen Wasser regelmäßig laufen lassen.
  • Spätestens alle drei Tage alle Entnahmestellen wie Waschbecken, Dusche oder Gäste-WC einmal durchspülen.
  • Nach längerer Abwesenheit, zum Beispiel nach Urlaub, Leitungen zunächst gründlich spülen.
  • Zuerst kaltes, danach warmes Wasser kurz durchlaufen lassen
  • Wasser laufen lassen, bis eine konstante Temperatur erreicht ist.

Armaturen sauber halten

  • Duschköpfe und Strahlregler regelmäßig reinigen
  • Verkalkte oder verschmutzte Bauteile austauschen
  • Auch Küchenarmaturen hygienisch sauber halten

Auf Veränderungen achten

  • Auffälligen Geruch, Geschmack oder Trübungen ernst nehmen
  • Vermieter oder Hausverwaltung informieren, wenn Probleme vermutet werden
  • Hinweise und Informationen der Hausverwaltung zur Trinkwasserhygiene beachten

Sauberes Trinkwasser: Moderne Technik für Vermieter

Vermieter sollten moderne Technik gezielt einsetzen, um den hygienischen Betrieb der Trinkwasserinstallation zu sichern. Elektronische Armaturen von SCHELL sind dafür eine besonders wirkungsvolle Lösung. Sie ermöglichen automatische Hygienespülungen und sorgen für regelmäßigen Wasseraustausch. So werden stagnationsbedingte Risiken deutlich reduziert, vor allem an selten genutzten Entnahmestellen. Besonders sinnvoll ist ihr Einsatz an strategisch wichtigen Punkten wie im Gäste-WC oder in der Küche. Diese liegen oft am Anfang oder Ende der Wohnungsinstallation. Werden sie regelmäßig genutzt oder automatisch gespült, wird die Wohnungszuleitung sowie ein Teil der Hauptleitung mit durchströmt. Das dient dem Gesundheitsschutz und verursacht nur geringe zusätzliche Wassermengen. Elektronische Armaturen von SCHELL sind damit eine kleine Investition mit großer Wirkung. Sie erhöhen die Betriebssicherheit, unterstützen die Trinkwasserhygiene und steigern den Wohnkomfort.

Trinkwasserhygiene ist Teamarbeit

Sauberes Trinkwasser ist eine wichtige Grundlage für Gesundheit und Lebensqualität. Die hohe Wasserqualität wird bis zum Hausanschluss gewährleistet. Innerhalb von Gebäuden beeinflussen Installation, Betrieb und Nutzung die Hygiene entscheidend. Vermieter und Mieter können gemeinsam dazu beitragen, die Trinkwasserqualität dauerhaft zu sichern. Regelmäßiger Wasseraustausch, fachgerechter Anlagenbetrieb und moderne Technik helfen dabei, hygienische Risiken zu reduzieren und die Gesundheit nachhaltig zu schützen.

Weitere Themen: